Ein prägendes Merkmal alter Masias ist das sogenannte „katalanische Gewölbe“. Traditionell als Deckenkonstruktion im Untergeschoss alter Bauern- und Dorfhäuser eingesetzt, war es auch in unserem Haus ein wichtiges Stilelement mit Statikfunktion. Bei dieser Bauweise werden die Ziegel an ihrer breiten Seite im Bogen mit schnell trocknendem Gips selbsttragend gemauert. Das katalanische Gewölbe hat eine lange Tradition. Schon die alten Römer verwendeten die Ziegeltechnik in römischen Bädern. Im Mittelalter entstand aus dieser Bautradition im westlichen Mittelmeerraum das Gewölbe “a la catalana”, auf das man bis heute stolz ist. Diese Bauweise kam nicht nur bei Bauernhäusern zum Tragen, sondern man findet sie in ganz Katalonien z.B. bei Bodegas, Stadthäusern und in Industrie- und Landwirtschaft. Die Wirtschaftlichkeit des katalanischen Gewölbes beruht darauf, dass es von guten Maurern freihändig ausführbar ist und eine große Formenvielfalt ermöglicht. In Gaudis Werk findet man die bogenförmige Statik ebenfalls wieder.
Statisch gesehen ist der Bogen eine logische Tragwerkform. So erklärte uns unser katalanischer Nachbar dann auch die katalanische Bauweise anschaulich anhand von einem Ei. Wir sollten versuchen, ein Ei kaputt zu bekommen, indem wir von oben auf die Wölbung pressten – das Ei wehrte sich erfolgreich. Ein Beweis, auf die alte Bauweise auch noch in weiteren 100 Jahren vertrauen zu können, so meinte er. Also ließen wir uns von kleinen Rissen nicht beunruhigen und widmeten uns ausgiebig den kosmetischen Renovierungen.
Schon bald war alles Gerümpel entsorgt, Regale abmontiert und rustikale Steinwände in Szene gesetzt. Moderne Lichtelemente wurden installiert und gläserne Schreibtische vor die Steinmauern gerückt.
Moderne Kunst an den Wänden sorgte für den richtigen Kontrast und ein paar witzige Skulpturen lockerten das Büroambiente zusätzlich auf. Die Computer konnten schon bald ans Netz.
Somit begann der Kampf mit Telefonica als unendliche Geschichte. Davon aber später mehr! Es lebe das Monopol – hoffentlich nicht ewig mehr.